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Grußworte des Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands Karl-Werner Broska
Sehr geehrte Frau Professorin Dr. Doll-Tepper, sehr geehrte frau Schmidt-Gotz, sehr geehrte Damen und Herren,für die Einladung zu dieser Jubiläumsveranstaltung möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken und Ihnen auch die Glückwünsche unseres Vizepräsidenten für Öffentlichkeitsarbeit, Herrn Peter Fiebiger, übermitteln, welcher leider aus familiären Gründen heute nicht mit dabei sein kann.
Die Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen besteht seit nunmehr 20 Jahren. Aus diesem Anlass gratuliere ich im Namen des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes sehr herzlich. Ich wünsche der Informationsstelle für die weiteren Jahre viel Erfolg und Schaffenskraft.
Wir wissen alle, dass die Informationsstelle vor 20 Jahren in Heidelberg gegründet wurde. Vor 18 Jahren wurde sie nach Berlin verlegt und wird seit 1996 von Frau Erika Schmidt-Gotz hauptamtliche geleitet. Die Informationsstelle soll den Informationsfluss und die Informationsweitergabe zu Fragen und Themen des Sports von Menschen aller Altersgruppen mit unterschiedlichen Behinderungen in ganz Deutschlad verbessern helfen und nachhaltig unterstützen.
Laut Programm werden im Anschluss vier Vorträge gehalten. Meine Damen und Herren, ich möchte mir vorab erlauben, darauf hinzuweisen, dass der Deutsche Gehörlosen-Sportverband ein eigenständiger Verband ist und NICHT Mitglied im Behinderten-Sportverband.
Warum der Deutsche Gehörlosen-Sportverband ein eigenständiger Verband ist und nicht dem Behinderten-Sportverband angehört, möchte ich Ihnen im Folgenden gerne erklären:
Durch die eigene Kommunikationsform der Gehörlosen, die auf visueller Vermittlung und optischer Wahrnehmung beruht, ergeben sich besondere Voraussetzungen und Anforderungen an die Sportler. Hörende sind in der Lage, Spieltaktik und Spielrichtung im letzten Moment auf Zuruf zu ändern. Dagegen brauchen Gehörlose Augenkontakt und Hände, um zu kommunizieren. Zudem liefert das „immer wache“ Gehör wesentliche Informationen über die Nähe eines Gegners, Mannschaftskollegen, die Beschaffenheit des Spielfeldes und den Aufprall sowie auch die Qualität eines Schusses oder Wurfs. Der Hörende kann Schlagstärke und –qualität über das Gehör wahrnehmen und seine Abwehr oder den Gegenangriff entsprechend schneller vorbereiten. Der Gehörlose jedoch darf den Blickkontakt zum Ball und Mit- oder Gegenspielern nicht verlieren, er muss sich die Umgebung „erfühlen“, um seine Orientierungssicherheit zu behalten.
Meine vorgenannten Ausführungen und vorhandene Kommunikationsprobleme zwischen Gehörlosen und Hörenden sind daher auch Grund, dass der Deutsche Gehörlosen-Sportverband nicht Mitglied im Behinderten-Sportverband ist.
Um im Wettkampf dennoch gleiche Voraussetzungen zu schaffen, haben sich die Nationalverbände der Gehörlosen unter ihren Dachverbänden International Committee of Sports for the Deaf, gegründet 1924 und European Deaf Sports Organisation, gegründet 1983, zusammengeschlossen. Hier gibt es für sportbegeisterte hörbehinderte Menschen die einmalige Gelegenheit sich auf internationaler Ebene zu messen, bei Meisterschaften große Erfolge zu feiern und ihr Land zu vertreten. Das gibt ihnen Lebensfreude.
In zwei Jahren feiert der Deutsche Gehörlosen-Sportverband, der im Jahr 1910 gegründet wurde, sein 100-jähriges Bestehen. Ich hoffe und denke dabei, dass dieses Jubiläum mit dazu beitragen wird, den Gehörlosensport der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen und auch näher zu bringen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine besondere Feier mit einem würdigen Rahmen für uns alle sein wird und lade Sie schon jetzt dazu recht herzlich ein.
Ich wünsche Ihnen, Frau Doll-Tepper und Frau Schmidt-Gotz, ein gutes Gelingen der heutigen Veranstaltung.
Meine Damen und Herren, ich bedanke mich bei Ihnen für das Zusehen und das Zuhören und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Aufenthalt mit unseren Gastgebern.
Karl-Werner Broska,
Präsident Deutscher Gehörlosen-Sportverband
Dolmetscher: Eberhard Lasch
