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Grußworte der Direktorin für Sportentwicklung im Deutschen Olympischen Sportbund
Frau Dr. Karin Fehres
Liebe Gudrun, meine sehr verehrten Damen und Herren, Gudrun, in Deiner Dir eigenen Bescheidenheit sagst Du, ich bin Deine Chefin, allen anderen, um es klarzustellen, es ist genau umgekehrt.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Sir Peter Ustinov hat einmal gesagt, ein Jubiläum ist ein Datum, an dem eine Null für eine Null oder mehrere Nullen geehrt wird. Anlass genug, mit diesem Jubiläum auch das bisher erreichte, kritisch zu würdigen und den Blick nach vorne zu richten. Auch um sich für die zukünftigen Aufgaben zu wappnen.
1988 als die Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen das Licht der Welt erblickte, war aus vielerlei Sicht ein denkwürdiges Jahr. Berlin, damals noch Berlin (West), feierte sich als Kulturhauptstadt Europas, ohne zu ahnen, dass bereits ein Jahr später der Mauerfall nicht nur Berlin, sondern weit darüber hinaus das politische Gefüge grundlegend und in einem Ausmaß verändern sollte, von dem man 1988 noch nicht einmal zu träumen wagte. Und ich hab damals das Vergnügen gehabt, hier in Berlin zu leben. Ich kann das aus eigener Anschauung nur bestätigen.
Kein Traum war damals die Gründung der Informationsstelle. 1988 war das Jahr, in dem die paralympische Bewegung im IOC angekommen ist. Zum ersten Mal seit 1964 in Tokio fanden die Spiele der Behinderten wieder am gleichen Ort und im gleichen Jahr statt wie die Olympischen Spiele selbst. Und zum ersten Mal verwendete man 1988 bei den Sommerspielen hierfür die Bezeichnung Paralympics, die bis heute Bestand hat. Seit diesem Zeitpunkt sind die Paralympics fester Bestandteil der Olympischen Spiele und werden jeweils, wir wissen es, im Anschluss daran in der Olympiastadt gefeiert. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass die internationale Entwicklung die der Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen gewissermaßen widerspiegelt.
Als Initiatorin der Informationsstelle ist Gudrun Doll-Tepper seit vielen Jahren dem Behindertensport sehr sehr eng verbunden. Durch ihre exzellenten Kontakte im internationalen Raum hat sie sehr rasch die Potenziale erkannt, die sich aus der paralympischen Bewegung ergeben können. Und sie hat verstanden, dass man nicht dabei stehen bleiben darf, alle vier Jahre die Sportlerinnen und Sportler zu den Paralympics zu rufen. Vielmehr setzt die paralympische Bewegung ein breites Fundament voraus, das nicht nur den einzelnen Menschen mit Behinderungen zu einem aktiven Leben motiviert. Es sind auch die Zugangsbarrieren abzubauen, die für behinderte Menschen in unserer Gesellschaft nach wie vor bestehen. Das Wissen darüber, wo ich welchen Sport finde, der meinen Interessen, meine Bedürfnissen entspricht, ist sicher eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, diese Barrieren zu überwinden und diese sehr schwierige Arbeit wird mit der Informationsstelle Behinderter geleistet. Jeder kann sich da auf der Homepage oder per Telefon informieren, welche Sportangehörte er oder sie in der eigenen Nähe finden kann.
Nun kann ich mir vorstellen, dass Gudrun Doll-Tepper vor 20 Jahren nicht als einsame Ruferin in der Wüste stand oder alle darauf gewartet haben, diese Informationsstelle einzurichten, aber mir ihrer eigenen Beharrlichkeit und Charme hat sie es verstanden, ein engagiertes Team um sich herum aufzubauen und das Ergebnis ist seit zwei Jahren volljährig und feiert heute seinen 20. Geburtstag. Insofern muss ich, was ich sehr ungern tue, Sir Peter Ustinov in seinen Worten widersprechen. Ganz im Gegenteil, im Namen des DOSB gratuliere ich sehr herzlich zum 20-jährigen Bestehen der Informationsstelle, wünsche allen Beteiligten, allen Mitarbeitern, allen Mitarbeiterinnen, viel Kraft und Engagement, den weiteren Weg so zu gestalten, dass der Sport für behinderte Menschen und alles, was sie dazu benötigen, immer mehr zur alltäglichen Selbstverständlichkeit in unseren Sportvereinen, in unserer Gesellschaft wird. Es ist ein unverzichtbares, ein großartiges und ein wichtiges Engagement, das der DOSB auch weiterhin sehr gerne unterstützen wird.
Vielen Dank.
Dr. Karin Fehres
Direktorin für Sportentwicklung im DOSB
