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Grußworte des Vertreters der Sportreferentenkonferenz
Dr. Franz-Josef Kemper

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Festgäste, liebe Paralympics-Siegerinnen, ich finde es schön, dass Sie heute dabei sind.
Als Grußwortsredner ist man immer so ein bisschen in der Gefahr, Wiederholungen zu machen und um dieser Gefahr völlig zu entgehen und weil sich inzwischen schon durch die verschiedenen Grußworte einige Facetten der Informationsstelle deutlich herausgestellt haben und weil Thomas Buddendorf gleich, als erster hauptamtlicher Geschäftsführer der Geschäftsstelle ein bisschen aus der Historie erzählt, will ich eingehen auf die Wurzeln, auf die Entstehungsgeschichte, wie es zu dieser Informationsstelle gekommen ist.

Sie ist entstanden in der damaligen Kommission „Behindertensport“ des Deutschen Sportbundes in Diskussion mit der Sportminister- und Sportreferentenkonferenz der Länder. Ausgangspunkt war damals, dass es - ein Stück weit anders als heute - mehrere strenge Felder von Behindertensport oder Sport mit behinderten Menschen gab, die relativ unverbunden nebeneinander existierten. Es gab den organisierten Behindertensport des Behindertensportverbandes und des Gehörlosensportverbandes - ich will ihn jetzt einfach mal dazu zählen. Es gab den Sport in den verschiedenen Arten der Behindertenschulen, es gab den Sport in beschützenden Werkstätten, es gab den Sport der Lebenshilfe und es gab den Sport an Rehabilitationskliniken und anderen Reha-Einrichtungen. Und das lief relativ unverbunden nebeneinander her und es gab relativ wenig Koordination, Synergieeffekte und Gemeinsamkeiten zwischen diesen, zum Teil ja auch mit unterschiedlichen Zielen arbeitenden Institutionen und Ebenen. Und daraus entstand Mitte der 80er Jahre in der Kommission die Idee unter Professor Hermann Rieder, der leider heute nicht dabei sein kann, der diese Stelle auch als Geburtshelfer geboren hat, ich denke, Thomas Buddendorf wird dazu gleich noch etwas sagen, die Idee, so etwas wie eine „Clearing Stelle“ zu schaffen, also die verschiedenen Ebenen und Stränge ein Stück weitere zusammen zu führen, sie gegenseitig und miteinander bekannt zu machen, auch zu gemeinsamen Events, zu Netzwerken zu verbinden.

Das war eine Diskussion, die dauerte ungefähr von 1985 bis 1987 und dann kam es in einer Sitzung im Mai 1987 zu einer Festlegung. Wir, d. h. der Deutsche Sportbund damals und die deutsche Sportministerkonferenz und der Deutsche Behinderten-Sportverband, der damals aber noch etwas reservierter war, wir machen so etwas wie diese „Clearing Stelle“. Gleichzeitig gab es die Diskussion „Clearing Stelle“. Und dann wurde die Idee einer Informations- und Beratungsstelle für den Behindertensport geboren. Und da sich die Bundesländer, wie das im Föderalismus nun einmal so ist, nicht auf der Basis des berühmten und berüchtigten Königsteiner Schlüssels zu einer gemeinsamen Finanzierung einigen konnten, weil einige Bedenken hatten, hat sich dann im Jahr 1987/1988 ein erstes Land bereit erklärt, das war damals Baden-Württemberg, die Personalkosten dieser Informationsstelle und Beratungsstelle zu finanzieren. Und der DSB erklärte sich bereit, die Sachmittel zu stellen. Und damit fing dann, im Protokoll heißt es „nach den Sommerferien 1988“, im August ungefähr, die Informations- und Beratungsstelle an, die auch wirklich aus kleinen Anfängen begann und dann in einer Diskussion mit dem Behinderten-Sportverband endete, der ein bisschen die Angst hatte, dass seine Kompetenzen und Zuständigkeiten von einer solchen Stelle tangiert werden könnten. Nach einer längeren Diskussion, die sehr sachorientiert und zielorientiert verlief, kam es zu einer Namensänderung zur „Informationsstelle“, weil die Behindertensportverbände, auch der Gehörlosendachverband, die Position vertraten, beraten ist eigentlich unsere Aufgabe und die Information und Koordination und Netzwerkbildung, das ist genau das, was die Stelle machen soll.

Sie hat dann zwei Jahre gut funktioniert. Es wird gleich Thomas Buddendorf aus den ersten Jahren etwas berichten. Als dann in Baden-Württemberg Probleme der Finanzierung auftraten, haben sich die Länder wieder zusammen gesetzt und haben dann auch wiederum keine gemeinsame Finanzierungsbasis gefunden. Aber dann trat, Gott sei dank, das müssen wir heute mit großem Dank registrieren und dazu sage ich auch ganz bewusst im Namen aller Länder und der Sportministerkonferenz der Länder, das Land Berlin, der Senat des Landes Berlin, dann ein, gemeinsam mit der Freien Universität diese Stelle nach Berlin zu holen und dort neu oder an einem anderen Ort zu installieren.

Was daraus geworden ist, sehen wir heute, wir werden noch viel davon hören. Sie funktioniert jetzt seit 18 Jahren wunderbar und aus der Sicht der Länder, der Sportministerkonferenz der Länder, und Frau Dr. Fehres hat es ja auch schon gesagt, aus der Sicht des damaligen DSB, heute DOSB, ist es eine Stelle, die müsste man heute erfinden, wenn es sie, Gott sei dank, noch nicht 20 Jahre gäbe. Herzlichen Glückwunsch noch mal, auch von der Seite der Länder und Admotos Annus für die nächsten 20 Jahre. Dankeschön.

Dr. Franz-Josef Kemper
Vertreter der Sportreferentenkonferenz der Länder